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IB und Fachverband Glücksspielsucht fordern Verbot von Sportwetten-Werbung in Stadien

Mehr als eine Million Deutsche betroffen – Viele davon verlieren ihre finanzielle Existenz – IB leistet Aufklärung in mehreren Fanprojekten

Ein Mann sitzt an einem Tisch und schaut auf ein Handy, das er in der Hand hält. Im Hintergrund sind ein unaufgeräumter Tisch und ein Fernsehgerät, in dem gerade ein Fußballspiel gezeigt wird.
Mehr als eine Million Menschen gelten in Deutschland als glücksspielsüchtig: Der Internationale Bund (IB) und der Fachverband Glücksspielsucht kritisieren Sportwetten-Werbung in Stadien. Foto: KI

Frankfurt (Main)/Berlin, 26. März 2026. Der Internationale Bund (IB) sowie der Fachverband Glücksspielsucht e.V. fordern ein Verbot von Sportwetten-Werbung in Fußballstadien.

 Es ist inakzeptabel, dass Profi-Clubs Geld damit verdienen, das Suchtrisiko ihrer Fans massiv zu erhöhen. Die Folgen für Betroffene sind drastisch.

IB-Präsidentin Petra Merkel

Mehr als eine Million Menschen gelten in Deutschland als glücksspielsüchtig. Hinzu kommen noch einmal rund drei Millionen, die diesbezüglich ein riskantes Verhalten zeigen. Betroffene verlieren oft die Kontrolle, verbringen täglich stundenlang am Smartphone oder PC und können nicht aufhören, Geld zu setzen. Sie sind häufig nicht mehr in der Lage, ihren Alltag zu bewältigen und wetten auch dann weiter, wenn sie es sich finanziell nicht mehr leisten können.

Es würde den Vereinen gut zu Gesicht stehen, freiwillig auf diese Werbegelder zu verzichten – besonders viele junge Männer betroffen

IB und Fachverband sind der Ansicht, dass die Vereine gegenüber ihren Fans in der Verantwortung stehen. „Viele Süchtige verlieren ihr gesamtes soziales Umfeld und ihre finanzielle Existenz. Es würde den Clubs gut zu Gesicht stehen, freiwillig auf diese Werbegelder zu verzichten. Tun sie es nicht, sollte der Gesetzgeber dringend stärker regulieren, damit Kinder- und Jugendschutz, Prävention und klare Werbebeschränkungen wirksam umgesetzt werden”, fordert Ilona Füchtenschnieder vom Fachverband Glücksspielsucht.

Ein großes Problem bei diesem Thema ist die dauerhafte Verfügbarkeit. In den Online-Portalen der oft milliardenschweren Wettkonzerne können Fans 24 Stunden am Tag Einsätze platzieren. Es gibt zudem besondere Angebote, beispielsweise ist es während eines Fußballspiels möglich, darauf zu setzen, welches Team das nächste Tor schießt. Dadurch entsteht ein besonderer Adrenalin-Rausch, dem sich Süchtige oft nicht entziehen können.

Der IB betreibt sieben Fanprojekte von der 1. bis zur 4. Liga im Männerfußball. Das sind soziale Angebote für Anhänger*innen zwischen 12 und 27 Jahren. Die Zielgruppe gilt als für Sportwetten sehr empfänglich, speziell junge Männer. Daher leisten viele IB-Fanprojekte Aufklärungsarbeit zu den Risiken.

Unter der Woche gibt es in den Fanprojekten meist offene Treffs. Für viele der Fans sind die hauptamtlichen Sozialarbeiter*innen dort eine wichtige oder sogar die einzige vertrauensvolle Anlaufstelle in allen Lebenslagen. Die Mitarbeitenden der IB-Fanprojekte sind zudem bei den Spielen der Teams im Stadion. 

IB Süd Geschäftsführung Stuttgart

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