Springe zum Inhalt

Region Südbayern

Positionspapier gegen Rechtspopulismus

Mit dem zunehmenden Einzug rechter Parteien in die Parlamente und Stadtratsgremien in der Bundesrepublik und der gesellschaftlichen Entwicklung, Rechtspopulismus zunehmend als dazugehörige Ausdrucksform im gesellschaftlichen Diskurs zu akzeptieren, ist es der IB Süd Region Südbayern wichtig, dieser Entwicklung entgegen zu treten und eine klare Position zu formulieren. Hetze, Ausgrenzung und Menschenverachtung dürfen in unserer Gesellschaft nicht wieder alltäglich und akzeptiert werden. Wir sehen uns der Geschichte unseres Landes verpflichtet. Daher verurteilen wir vereinfachende, populistische und rechtsnationale Sichtweisen.

Durch die Gewöhnung an die Ausdrucksformen des Rechtspopulismus findet eine Verschiebung von Begriffsdefinitionen im sprachlichen Gebrauch statt. Die Abwertung von anderen Menschen und Lebensausprägungen wird zur Normalität, ebenso eine gruppenbezogene Ausgrenzung bis zur Menschenfeindlichkeit gegenüber sogenannten sozial schwachen oder anderslebenden Gruppen. Nationalsozialistisches Vokabular wird wiederbelebt, historisch kontaminierte Begriffe werden wiedereingeführt und verharmlost. Wer Begriffe besetzt, erlangt Deutungshoheit über sie. Diese Autorität ist ein zentrales Machtmittel im Rechtspopulismus geworden.

Daher formulieren wir eigene Positionen.

Gesellschaftlicher Standort und Demokratieverständnis

Der Internationale Bund (IB) tritt für demokratische Einstellungen und Verhaltensweisen ein, für gesellschaftliche Teilhabe und Akzeptanz des anderen; er wendet sich gegen nationale Überheblichkeit, gegen Rassismus und Gewalt. Er tritt ein für eine zunehmende europäische Integration und für die Ausgestaltung des europäischen Gedankens im Sinne eines Zusammenlebens der Menschen in einer europäischen Gesellschaft.

Der IB engagiert sich für eine solidarische und gerechte Gesellschaft, in der alle Menschen ihren gleichberechtigten Platz haben und niemand wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen, wegen seiner Behinderung, seines Alters oder seiner sexuellen Identität benachteiligt wird.

Der IB Südbayern ist davon überzeugt, dass nur eine Gesellschaft, welche diese Vielfalt schützt und bewahrt, eine funktionierende demokratische Gesellschaft sein kann. Erst im Urprinzip der Demokratie, dem Widerstreit verschiedener politischer Positionen, entwickelt sich eine Gesellschaft weiter. Folglich befördert eine vielfältige Gesellschaft die soziale und wirtschaftliche Entwicklung des Gemeinwesens und den gesellschaftlichen Fortschritt. In einer zunehmend über nationalstaatliche Grenzen hinweg vernetzten Welt wird damit die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft gestärkt. Daraus folgt unmittelbar die aktive Vertretung und Befürwortung der Menschenrechte, deren Wesenskern es ist, durch den Schutz der individuellen Freiheit jene Vielfalt der Menschlichkeit zu bewahren.

Der Internationale Bund ist von der unveräußerlichen Würde des Menschen und von dessen lebenslanger Lern- und Entwicklungsfähigkeit überzeugt. Diese Grundhaltung prägt den Führungsstil auf allen Ebenen, den Umgang der Mitarbeiter*innen untereinander und ihr Verhalten gegenüber den Nutzer*innen unserer Angebote, unabhängig von ihrem Status als hilfsbedürftige Klient*in oder als Auftrag gebende
Kund*in.

Der IB ist als Teil der Gesellschaft ihren Gesetzen, Normen und Werten verpflichtet und ihren Entwicklungen und radikalen Veränderungen unterworfen. In diesem Prozess bemüht er sich unter Einsatz seiner materiellen Ressourcen, seiner fachlichen Kompetenz und seiner gesamten Mitarbeiterschaft über bloße Teilnahme hinaus um Teilhabe, kritische Mitgestaltung und um Gegenentwürfe. Die Anstrengungen der Mitarbeiter*innen richten sich auf die Schaffung und den Erhalt positiver Lebensbedingungen. Dabei bedienen sie sich nicht nur eigener Professionalität, sondern wecken und fördern auch Eigeninitiative und freiwilliges Engagement der Bürger*innen vor Ort.

Der IB ist der Überzeugung, dass Demokratie auf sozialen Grundwerten aufgebaut sein muss. Er tritt ein für einen Staat, der das Engagement und die Eigenverantwortung seiner Bürger*innen stärkt und aktiviert. Er engagiert sich für einen Sozialstaat als Garant für Würde und Freiheit des Einzelnen insbesondere dann, wenn die individuellen Möglichkeiten und Ressourcen für die Daseinsfürsorge nicht mehr ausreichen. Der IB bekennt sich zu einer Leistungsgesellschaft, die von Solidarität mit denen geprägt ist, die auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind.

Konkretisierung der IB Kultur

Wir wehren uns gegen die Verschiebung von Begriffsdefinitionen und benennen deshalb klar und nachvollziehbar, was für uns Begriffe bedeuten. Dies geschieht auf der Basis einer demokratischen Grundhaltung und im Sinne des Grundgesetzes und der darin enthaltenen Grundrechte als Freiheits- und Gleichheitsrechte für alle Menschen.

In Deutschland ist Diskriminierung sowohl völkerrechtlich als auch juristisch verboten. Rassismus und Diskriminierung stellen eine Verletzung der grundlegenden Menschenrechte dar und sind ein Hindernis des gesellschaftlichen Zusammenhaltes. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verbietet Benachteiligungen aufgrund von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität. Die Umsetzung der Charta der Vielfalt in unserer Organisation hat die Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt im Arbeitsalltag zum Ziel.

  • Solidarität ist ein Grundprinzip und eine Grundhaltung unserer Arbeit. Wir treten füreinander und für unsere Zielgruppen ein, vor allem, wenn sie Vorurteilen, Ausgrenzungen, Diskriminierungen oder gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit ausgesetzt sind. Dabei unterstützen wir uns gegenseitig als Mitarbeitende und Führungskräfte.
  • Gerechtigkeit soll einen Ausgleich schaffen zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Interessen. Wir setzen uns für die faire Verteilung von Rechten, Möglichkeiten und Ressourcen ein und unterstützen dabei unsere besonders schutzbedürftigen Zielgruppen.
  • Vertrauen ist die Basis für unsere Mitarbeitenden und Führungskräfte. Wir verlassen uns auf die Zuverlässigkeit der Mitarbeitenden und auf die gemeinsame Haltung zu unserem Motto Menschsein stärken, zur Vielfalt und zur gleichberechtigten Teilhabe aller Menschen.
  • Offenheit im Umgang miteinander bedeutet für uns ein aufrichtiges ehrliches Verhalten, das wertschätzend und konstruktiv ist. Wir gehen aufeinander zu, zeigen, wie wir sind und setzen uns unvoreingenommen mit anderen Personen, Fragen und Problemen auseinander.
  • Achtung des anderen als Person
    Die Wertschätzung und Anerkennung der unverletzlichen Würde des anderen ist für uns ein selbstverständliches Grundrecht, das wir auch an unsere Zielgruppen in der pädagogischen Arbeit vermitteln. Die andere Person hat die gleichen Rechte wie ich, sie verdient die gleiche Achtung und Wertschätzung wie ich und sie hat ein Recht auf ihre eigene Sichtweise, ihre ganz persönlichen Wertvorstellungen und ihre Eigenheiten.
  • Kritikfähigkeit bedeutet für uns, Kritik anzunehmen, die sachlich formuliert ist und nicht persönlich verletzt. Für uns ist es wichtig, aus unseren Fehlern zu lernen, um die eigenen Fähigkeiten zu verbessern. Nur wenn wir in der Lage sind, konstruktive Kritik zu akzeptieren und die beanstandeten Punkte zu verbessern, lernen wir dazu. In unserem Qualitätsmanagement ist der kontinuierliche Verbesserungsprozess fest verankert und wir setzen uns mit allen Mitarbeitenden für eine positive Fehlerkultur ein.
  • Toleranz bedeutet für uns, dass wir die Eigenschaften anderer Personen oder Situationen akzeptieren, ohne diese zu kritisieren oder diese zu diskriminieren. Wir setzen uns für Respekt gegenüber der Verschiedenheit von Menschen ein und für Toleranz, Teilhabe und Vielfalt in unserer Gesellschaft. Tolerantes Verhalten zeigt sich dadurch, dass alle nachsichtig, respektvoll und freundlich behandelt werden, auch 
    und gerade wenn jemand anders ist oder denkt als man selbst.
  • Nachhaltigkeit steht für Kontinuität und Verbindlichkeit. Das verantwortungsvolle Handeln im Umgang mit Ressourcen bezieht sich neben der ökologischen und wirtschaftlichen auch auf die soziale Ebene. Für ein harmonisches Miteinander von Mensch und Natur ist der respektvolle Umgang der Menschen miteinander wichtig. Die Wirkung unseres Handelns soll nachhaltig und damit langfristig sein.
  • Verbindlichkeit: Wir fühlen uns verpflichtet, übernommene Aufgaben ergebnisorientiert und verlässlich zu erfüllen. Dies gilt auch für unsere Haltung und Position gegenüber Diskriminierung und Rechtpopulismus. Wir engagieren uns verbindlich für unsere Demokratie, für soziale Gerechtigkeit und für die Vielfalt in der Gesellschaft.

Aus diesem Selbstverständnis heraus setzt sich der Internationale Bund aktiv gegen jedwede populistischen, diskriminierenden oder ausgrenzenden Tendenzen in der Gesellschaft ein. Wir arbeiten daran, dass Menschsein jedes Menschen zu stärken.  

Konkretisierung in den einzelnen Arbeitsfeldern der Region Südbayern

Wohnungslosenhilfe

Die Wohnungslosenhilfe des IB Süd - Region Südbayern ist so vielfältig wie die Gesellschaft an sich. Ob alt oder jung, Mann oder Frau, Einzelpersonen oder Familien, Alleinerziehende, Kinder oder Jugendliche: all diese Personen werden in unseren Einrichtungen begleitet, betreut, beraten und für eine selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben unterstützt und gefördert. 

Sie erhalten Beratung und Unterstützung in finanziellen Angelegenheiten, sowie bei gesundheitlichen und lebenspraktischen Anliegen. Nicht nur der Erhalt der Eigenkompetenz und dessen Stärkung, sondern auch die Entwicklung von Wohn- und Lebensperspektiven steht dabei im Fokus.

Die Menschen werden zur aktiven Problemlösung und sozialen Teilhabe befähigt, gemeinsam werden individuelle Wohn-, Arbeits- und Lebensperspektiven erarbeitet und realisiert. Die Stärkung der Eigenmotivation und Selbstwirksamkeit sind zentrale Beratungsinhalte, ebenso wie die Integration in die Gesellschaft, Eingliederung ins Arbeitsleben und der Aus- und Aufbau sozialer Kontakte. Für Kinder und Jugendliche, geht es um die Eröffnung von Möglichkeiten im Sinne von Chancengleichheit für eine bessere Zukunftsperspektive. Die Beachtung und Sicherstellung des Kindeswohls und gegebenenfalls die Einleitung entsprechender Schritte bei Gefährdung sind zentrale Aufgaben. Dabei begegnen wir unseren Klient*innen auf Augenhöhe und stets mit Respekt. Der Umgang mit den Klientinnen und Klienten, aber auch der Umgang der Mitarbeiterschaft miteinander und mit den Kooperationspartnerinnen und -partnern basiert entsprechend darauf:

dass wir alle Menschen in ihrem Anderssein respektieren und offen miteinander über Unsicherheiten sprechen.

dass wir unser Gegenüber stets als Expert*in seiner*ihrer eigenen Lebenswelt wahrnehmen, vorhandene persönliche Grenzen achten und unserem Gegenüber mit Interesse an der Geschichte hinter der Person begegnen. 

dass wir aufgeschlossen sind gegenüber allen Formen des Menschseins, die sich in unseren Einrichtungen wiederfinden. Wohnungslosigkeit kümmert sich nicht um Alter, Religion, sexuelle Orientierung oder Nationalitäten. Deshalb sind in den Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe auch die unterschiedlichsten Menschen vertreten, sowohl unter den Mitarbeitenden als auch unter den Klient*innen. 

dass wir die uns anvertrauten Menschen langfristig in ihrer Selbstwirksamkeit und Eigenständigkeit stärken und damit eine autarke Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen. In der Wohnungslosenhilfe setzten wir dieses Ziel um, indem wir Angebotsketten bilden, durch die wir die Klient*innen in individuellen Schritten zur Selbsthilfe befähigen.

dass wir Rückmeldungen einfordern und Verbesserungen konstruktiv umsetzen. Dazu bedarf es des regelmäßigen Austauschs mit unseren Auftraggeber*innen sowie Klient*innen.

dass wir unsere Klientel aktiv dabei unterstützen, die ihnen zustehenden Rechte nicht nur zu kennen, sondern auch wahrzunehmen und einzufordern.

haus international und apartmenthaus international

Wir beherbergen Menschen aus aller Welt in unseren Häusern. Daher ist eine weltoffene, vielfältige, multikulturelle Gesellschaft mit all ihren Ausprägungsformen und das Wissen um das Fremdsein an einem anderen Ort für uns Teil unserer Gastfreundschaft und internationalen Kulturalität

Wir begrüßen unsere Gäste von Herzen und unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität.

Jugendhilfe & Migration

In der Jugendhilfe sollen junge Menschen zu Selbstbestimmung, gesellschaftlicher Mitverantwortung sowie sozialem Engagement angeregt und hingeführt werden. Dies schließt eine kritische Haltung zu gesellschaftlichen Ausgrenzungs- und Diskriminierungsmechanismen mit ein. Ebenso fordern die rechtlichen Rahmenbedingungen eine intensive Auseinandersetzung mit Diskriminierung, der Akzeptanz von Vielfalt, mit Menschen- und Kinderrechten und der Erlernung sozialer Kompetenzen und Empathie sowie demokratischer Partizipationsmöglichkeiten.

Diese Standards setzen wir in unserer sozialen Arbeit in der ambulanten und stationären Jugendhilfe um, die menschenrechtsorientiert und diversitätsbetont ist. 

Mit den Familien wird mit größter Transparenz gearbeitet. Die Eltern, Kinder und Jugendlichen werden systemisch miteinbezogen und alle Sichtweisen werden berücksichtigt. Die Beteiligung der Kinder und Jugendlichen ist eine Voraussetzung für eine Lösungsfindung. 

Mädchen* ab 12 Jahren erhalten bei uns einen Schutz- und Entwicklungsraum, in dem die Mädchen* parteilich von den Mitarbeiterinnen* unterstützt werden und sich der Solidarität der Mitarbeiterinnen* sicher sein können.

Kinder und Jugendliche haben das Recht auf Beteiligung, Mitgestaltung und Beschwerde. Wir unterstützen sie, ihre Anliegen und Wünsche zu äußern, konkrete Vorschläge einzubringen und geben ihnen Entscheidungskompetenzen. So ermuntern wir die Mädchen* sowohl zur aktiven Mitgestaltung der persönlichen Lebenswelt als auch zur Mitbestimmung am öffentlichen Leben durch Mitsprache und Mitwirkung

Für die faire Verteilung von Rechten, Möglichkeiten und Ressourcen geben wir unseren Zielgruppen in der stationären Jugendhilfe Zugang zu Information und Wissen durch Begleitung und Unterstützung bei ihrer schulischen und beruflichen Ausbildung. Unsere Konzepte in der stationären Jugendhilfe streben die gesellschaftliche Integration der Mädchen* an, als Voraussetzung für eine selbstbestimmte Lebensgestaltung.

Ambulant und stationär arbeiten wir in der Jugendhilfe wirkungsorientiert, migrations- und geschlechtersensibel mit großer Wertschätzung und Anerkennung jeder Person und ihrer Ressourcen. Unser Lösungsansatz ist geprägt von Empowerment und Partizipation. Wir legen den Fokus auf vorhandene Fähigkeiten und Fertigkeiten und auf das Sichtbarmachen von Individualität und Vielfalt.

Neben der Wertschätzung trägt auch die Fehlerfreundlichkeit zu einer offenen Atmosphäre in der Jugendhilfe bei. Die Nachhaltigkeit unserer Arbeit wird durch die Angebotskette gewährleistet, die eine längere Begleitung der Zielgruppe ermöglicht. 

Im Bereich der Migration werden im Sprachinstitut, den Jugendmigrationsdiensten und in der Sozialen Arbeit an Schulen verschiedenste Integrations- Beratungs- und Unterstützungsmaßnahmen von der Vermittlung von Sprachkenntnissen über die Vermittlung von Wissen zur Rechtsordnung und Geschichte und Kultur in Deutschland, von Schlüsselkompetenzen, der Orientierung im Wertekanon einer vielfältigen Gesellschaft bis zur Stärkung der Persönlichkeit und Autonomie vermittelt.

Die Integrationskurse leisten folglich einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Integration von Migrant*innen im Sinne einer gesellschaftlichen Teilhabe und Chancengleichheit. Weiterhin soll in einer Auseinandersetzung mit der Kultur, der Geschichte, mit den politischen Werten der Verfassung, mit der Rechtsordnung und den politischen Institutionen des demokratischen Rechtsstaates der positive Umgang mit der neuen Lebenswelt gefördert werden.

In Berufsintegrationsklassen werden zugewanderte oder geflüchtete Schüler*innen auf den Besuch einer beruflichen Schule vorbereitet und ihre Ausbildungsreife angebahnt. Dazu benötigen sie neben den Schlüsselkompetenzen durch sozial-integrative Lernformen zunächst Deutschkenntnisse in Wort und Schrift. Ziel ist ein erfolgreicher Einstieg in das berufliche Bildungssystem und damit die Eröffnung des ganzen Spektrums möglicher Bildungsabschlüsse im Sinne der Chancengleichheit und gesellschaftlicher sowie beruflicher Teilhabe.

Die Arbeit der Jugendmigrationsdienste findet ganz im Sinne demokratischer Werte als Stärkung bereits vorhandener Kompetenzen und Förderung der Autonomie der Klient*innen statt. Sie basiert auf Empowerment und dient letztlich der Chancengleichheit und gesellschaftlichen Teilhabe unserer Klient*innen.

„Lass uns Reden. Reden bringt Respekt!“ ist die Primärprävention von Extremismus und Radikalisierung an Schulen. Respekt Coaches fördern an den Schulen eine nachhaltige Kultur der Vielfalt, der Toleranz, Solidarität und der Chancengleichheit. Sie fördern aktiv für diese Werte einzustehen und sich aktiv gegen jegliche Form von Diskriminierung, Herabwürdigung und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zu wenden. Im Sinne der Demokratiepädagogik werden die Möglichkeiten der Schülerpartizipation erweitert. Gruppenangebote zielen darauf ab, Schlüsselkompetenzen zu vermitteln, die für das Funktionieren jeder demokratischen Institution wichtig sind; wie etwa (Selbst-) Vertrauen, Ambiguitätstoleranz oder Kritikfähigkeit. Ziel ist der mündige und kritische Umgang mit Rassismus, Sexismus, Klassismus oder Antisemitismus.

Schulsozialarbeit trägt zur Chancengleichheit für alle Schüler*innen bei. Sie unterstützt eine gelingende Persönlichkeitsentwicklung. Schulsozialarbeit leistet einen erheblichen Beitrag dazu, soziale Benachteiligung auszugleichen, Hilfebedarfe und Gefährdungslagen frühzeitig zu erkennen und den Kindern und Jugendlichen an Münchner Schulen eine positive Entwicklung und stabile Perspektiven zu ermöglichen. Sie wirkt somit vielen Tendenzen entgegen, die durch die Entstehung von Missgunst, Resignation oder Ungerechtigkeit eine solidarische, demokratische Gesellschaft untergraben können.

Ziel von JADE ist, mit jeder Schülerin und jedem Schüler der 9. Klassen den Übergang von der Schule in den Beruf vorzubereiten und zu unterstützen. Im Fokus steht das Bestreben, soziale Benachteiligungen und unterschiedliche Beeinträchtigungen durch qualifizierte sozialpädagogische Begleitung zu kompensieren und somit die Integration der Jugendlichen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu erleichtern.

Ellis-Kaut-Schule

Das pädagogische Konzept der Fachoberschule steht auf drei Säulen.

Die Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten in allgemeinbildenden sowie berufsbezogenen Fächern und somit die Vorbereitung unserer Schülerinnen und Schüler auf die Prüfungen zum Fachabitur.

Berufseinstiegsbegleitung: Wir bieten unseren Schülerinnen und Schülern Informationen und Beratung zu den vielfältigen Möglichkeiten der modernen Studien- und Berufswelt. Die Entwicklung und Entfaltung der eigenen Persönlichkeit in einer freien und demokratischen Gesellschaft sowie die Verantwortung des Individuums als Teil dieser freien und demokratischen Gesellschaft.

Solidarität ist ein Grundprinzip und eine Grundhaltung unserer Arbeit. Die Diversität unserer Schülerinnen und Schüler zeichnet uns aus und stellt eine Chance dar im täglichen schulischen Leben, die Vielfalt als unsere Lebensrealität zu begreifen. Ein solidarisches Miteinander fördert eine positive Lernatmosphäre und motiviert.

Gerechtigkeit soll einen Ausgleich schaffen zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Interessen. An unserer Schule sollen alle Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit bekommen, ihr Fachabitur zu erwerben, unabhängig davon, wie ihr bisheriger Bildungsweg verlaufen ist; es gibt viele Gründe, weswegen mal etwas nicht so geklappt hat wie geplant, aber es gibt keinen Grund, nicht gemeinsam daran zu arbeiten, durch schulischen Erfolg eine gute Grundlage für die persönliche und berufliche Zukunft zu schaffen.

Vertrauen ist die Basis für unsere Mitarbeitenden und Führungskräfte. Das Kollegium einer Schule zeichnet sich dadurch aus, dass dort Menschen mit den unterschiedlichsten Ausbildungen zusammenarbeiten. Auf die Expertise der anderen dürfen wir uns in unserem Schulalltag verlassen. Nur durch das Zusammenwirken verschiedener Fachexpert*innen formt sich ein Ganzes.

Offenheit im Umgang miteinander bedeutet für uns ein aufrichtiges ehrliches Verhalten, das wertschätzend und konstruktiv ist. Wir gehen aufeinander zu, zeigen, wie wir sind und setzen uns unvoreingenommen mit anderen Personen, Fragen und Problemen auseinander. Unsere Kommunikation ist immer eine Kommunikation auf Augenhöhe unabhängig von der Rolle, die jede einzelne Person im Schulalltag einnimmt.

Achtung des anderen als Person führt zur Wertschätzung und Anerkennung der unverletzlichen Würde des anderen als Person ist für uns ein selbstverständliches Grundrecht. Daher ist unser Umgang miteinander stets von gegenseitigem Respekt geprägt. Wir begegnen uns im Schulalltag stets höflich, freundlich, respektvoll und verbindlich.

Kritikfähigkeit bedeutet für uns, Kritik anzunehmen, die sachlich formuliert und gerechtfertigt ist. Wir alle wissen, wie sehr das Fehler machen mit dem Schullalltag verflochten ist. Fehler sind positiv und eines der wichtigsten Elemente beim Lernen. Wer Fehler macht, wird unterstützt und motiviert, um erfolgreich weiter nach vorne zu kommen. Auch legen wir Wert auf die positive Seite der Kritik, die oft vergessen wird. Wir wollen immer daran denken, unserem Gegenüber auch zu sagen, wenn etwas gut war. 

Toleranz bedeutet für uns, dass wir die Eigenschaften anderer Personen oder Situationen akzeptieren, ohne diese zu kritisieren oder diese zu diskriminieren. Wir setzen uns für Respekt gegenüber der Verschiedenheit von Menschen ein. Eine Schule wird mit dem Begriff des Lernens verbunden; wir wollen nicht nur im Unterricht lernen, sondern auch die Chance ergreifen, von den unterschiedlichsten Persönlichkeiten und Charakteren im Klassenzimmer, in der Jahrgangsstufe, in der ganzen Schule zu lernen und uns so zu bereichern. 

Nachhaltigkeit steht für Kontinuität und Verbindlichkeit. Das verantwortungsvolle Handeln im Umgang mit Ressourcen bezieht sich neben der ökologischen und wirtschaftlichen auch auf die soziale Ebene. Nachhaltiges Handeln auf allen diesen Ebenen verstehen wir als fächerübergreifendes Konzept unserer Schule. Wir möchten uns in der schulischen Gegenwart dafür sensibilisieren, dass wir uns verantwortungsvoll verhalten müssen, um auch nachfolgenden Generationen zu ermöglichen, ein freies und selbst bestimmtes Leben führen zu können. 

Verbindlichkeit: Wir fühlen uns verpflichtet, übernommene Aufgaben ergebnisorientiert und verlässlich zu erfüllen. Dies gilt auch für unsere Haltung und Position gegenüber Diskriminierung und Rechtspopulismus. Beides hat an unserer Schule keinen Platz. Wir engagieren uns verbindlich für unsere Demokratie, für soziale Gerechtigkeit und für die Vielfalt in der Gesellschaft. Dafür stellt eine Schule einen Mikrokosmos dar, in dem man im alltäglichen Miteinander unter einem Dach erlernen und erfahren kann, was es bedeutet, in einer freien und demokratischen Gesellschaft zu leben, die jede Einzelne und jeden Einzelnen respektiert und ernst nimmt und in der jede Einzelne und jeder Einzelne sich so verhält, dass dies auch für alle anderen möglich ist.

Menschsein stärken

benennt die grundlegende Haltung des Internationalen Bundes (IB) in seinem Handeln und Wirken als Sozialer Träger in unserem Gemeinwesen. Daher treten wir ein für Vielfalt, Menschenwürde und Teilhabe aller Menschen in unserem Land. Diese Haltung leben wir im beruflichen Alltag und auf sozialpolitischer Ebene.